Volksbund Web-Suche:














Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Spendenkonto: 3 222 999 - Bankleitzahl 520 400 21 bei der Commerzbank Kassel
 

Betreuungsfriedhöfe in Belgien - Langemark

Langemark ist als der Friedhof der Kriegsfreiwilligen von 1914 in die Geschichte eingegangen. Etwa 15 % der Kriegsfreiwilligen waren Studenten und Abiturienten. Gesamte Hörsäle und Abiturklassen - nebst Professoren und Lehrern - meldeten sich wie selbstverständlich zum Kriegsdienst. Sie fanden in Flandern den Tod; ein Tod, der in vielen Fällen Ergebnis mangelhafter Ausbildung, Ausrüstung und militärischer Führung war.

Der amtliche Tagesbericht der Obersten Heeresleitung initiierte - propagandamäßig eingesetzt - die bis heute bestehende Legende, nach der die deutschen Truppen unter dem Gesang “Deutschland, Deutschland über alles” (erst 1922 zur Nationalhymne erklärt!) gegen die feindlichen Linien vorgegangen seien.
Fest steht, dass sehr viele junge Menschen in Flandern als Opfer eines martialischen Stellungskrieges ihr Leben lassen mussten.

Die deutsche Kriegsgräberstätte Langemark erstand aus einer kleinen Gräbergruppe des Jahres 1915 (Langemark - Nord). Bis Kriegsende erfolgten Zubettungen durch die Gräberverwaltung der Etappeninspektion in Gent. Zum Ende des Ersten Weltkrieges gab es 15 größere deutsche Kriegsgräberstätten im Ortsbereich Langemark.
1919 / 20 bettete der belgische Gräberdienst - unter Auflösung vorhandener Anlagen - deutsche Gefallene in Langemark zusammen. Der deutsche Gräberdienst führte in den 20er Jahren erste Herrichtungsmaßnahmen durch.
1930 übernahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Gestaltung und erstellte u.a. ein Register deutscher Kriegsgräberstätten in Flandern, Langemark lief unter den Bezeichnungen “Langemark - Nord”, “Studentenfriedhof” und “Deutscher Soldatenfriedhof Nr. 123”.

Die Deutsche Studentenschaft übernahm die Patenschaft und war Träger der sogenannten “Langemark - Feiern” 1933 - 1945. Zusammen mit den Traditionsverbänden vieler Regimenter unterstützte die Studentenschaft finanziell wie materiell die Arbeit des Volksbundes.
Der Friedhof erhielt ein Eingangsgebäude im Stile jener Zeit: „Wie ein mächtiger Felsblock lagert der Torbau aus rotem Wesersandstein hart am Rande der Straße; trotzig und stark in der archaischen Schlichtheit seiner Oberfläche, in der Strenge und Gehaltenheit seines Umrisses, abweisend und Abstand gebietend. Nur eine schmale Pforte, gebildet durch ein Gitter enggeführter Eisenstäbe, gibt Einlass. Durch einen eichenholzgetäfelten “Weiheraum” betritt der Besucher über einen Ehrenhof das eigentliche Gräberfeld, dem das große Gemeinschaftsgrab vorgelagert ist“ hieß es in jener Zeit. Am 10. Juli 1932 wurde die deutsche Kriegsgräberstätte Langemark eingeweiht. 10.143 Gefallene - davon 6.313 namentlich bekannt - waren damals auf dem unteren Teil des Friedhofes bestattet.

Mit der Zusammenlegung aller deutschen Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Flandern (1956 - 1958) auf die drei großen Friedhöfe Langemark, Menen und Vladslo erfolgten weitere Zubettungen.

24.917 untrennbare Gefallene wurden in einem neu angelegten Gemeinschaftsgrab in Langemark beigesetzt. 10.000 bis dahin in Einzelgräbern ruhende Gefallene in den Ortschaften Staden, Westroosebeeke, Passendale, Poelkapelle, Moorslede, Zonnebeke und Zillebeke wurden ausgebettet und erhielten auf dem sogenannten “Mohnfeld” in Langemark (erhöhter Teil des Friedhofes) eine endgültige Ruhestätte.

44.304 deutsche Gefallene ruhen heute in Langemark.

Das Gemeinschaftsgrab ist belegungsmäßig das größte auf deutschen Kriegsgräberstätten. Es erhielt seinerzeit eine besondere Gestaltung durch das Aufstellen von vier Plastiken (“Trauernde Soldaten”), die der Münchner Bildhauer Prof. Emil Krieger 1956 geschaffen hat.
Vorbild für diese Figurengruppe mag das Foto der Soldaten des Rheinischen Reserve- Infanterieregimentes 258 gewesen sein, das 1918 am Grab eines Kameraden auf dem Friedhof in Bouillonville gemacht wurde. Dieses Motiv kameradschaftlicher Trauer inspirierte einige Künstler. So finden wir trauernde Soldaten als Mosaik u.a. auf den deutschen Kriegsgräberstätten in Quero, auf dem Pordoi und in Lommel.
Im Gräberfeld in Langemark wird die alte Frontlinie durch drei Bunker aus der Kampfzeit und Granitblöcke (die Rohlinge stammen aus der Umgebung) mit aufgebrachten Emblemen und Hinweisen zu den Traditionsverbänden, die die Arbeit des Volksbundes bei der Gestaltung des Friedhofes wesentlich unterstützten, markiert.
1971 wurden die bislang nur durch kleine Namensteine bzw. Eichenblöcke mit Kupferplaketten gekennzeichneten Gräber durch Grabzeichen in Form liegender Natursteinplatten ersetzt.
Von den 24.917 Gefallenen, die im Gemeinschaftsgrab bestattet sind, waren bis Anfang der 70er Jahre lediglich 10.010 namentlich bekannt und in den Belegungsbüchern des Friedhofes verzeichnet. Nach mühsamer Auswertung von ergänzenden Unterlagen des Bayerischen Staatsarchivs konnten bis 1981 die Namen von über 7.000 weiteren hier Ruhenden in Erfahrung gebracht werden. Somit sind heute 17.342 der im Gemeinschaftsgrab liegenden Gefallenen namentlich bekannt, 7.575 blieben allerdings unbekannt.

1984 erfuhr die Kriegsgräberstätte eine neue Gestaltung. Um das Gemeinschaftsgrab herum wurden Bronzetafeln mit den Namen der 17.342 bekannt gewordenen Gefallenen stelenförmig aufgestellt; die auf dem Gemeinschaftsgrab einst im Halbkreis stehenden Skulpturen “Trauernde Soldaten” wurden an den hinteren Friedhofsrand versetzt.

1990 ist die Kriegsgräberstätte Langemark, zusammen mit den Friedhöfen Menen, Vladslo und Hooglede, dem Landesverband NRW im Volksbund als Betreuungsfriedhof übergeben worden.

1998 wurden noch Gebeine von acht deutschen Gefallenen, die zusammen mit Gebeinen britischer Gefallener bei Straßenbauarbeiten gefunden worden waren, in Langemark beigesetzt.

 

...zurück zur Homepage Direkt Kontakt Impressum Drucken

Online Spenden

Betreuungsfriedhöfe
des Landesverbandes




Kriegsgräberstätten weltweit
Detaillierte Informationen über Deutsche Kriegsgräberstätten im Ausland.
  Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. · Landesverband Nordrhein Westfalen · Alfredstr. 213 · 45131 Essen