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Betreuungsfriedhöfe in Belgien - Vladslo
Etwa 3 km nordöstlich des Ortes Vladslo (nahe Duiksmuide) liegt, vom Wald umgeben, die deutsche Kriegsgräberstätte mit 25.644 Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Man betritt den Friedhof durch einen Ziegelbau mit einem Ehrenraum, in dem sich die Belegungsbücher befinden. Das mit Rasen bedeckte Gräberfeld ist durch liegende Grabplatten, auf denen bis zu 20 Namen von Gefallenen stehen, gekennzeichnet. Zentrales Ehrenmal bilden die Plastiken “Die trauernden Eltern” von Käthe Kollwitz (1867- 1945). Sie schuf sie zur Erinnerung an ihren gefallenen jüngeren Sohn Peter, der zunächst sein Grab auf der Kriegsgräberstätte Eessen - Roggeveld hatte. Dort wurden die erst 1932 fertiggestellten Plastiken aufgestellt. Im Zuge der umfangreichen Zusammenbettungsaktionen in Belgien wurde der Friedhof Roggevelde aufgelöst und die dort Bestatteten 1955 nach Vladslo überführt. Die Plastiken erhielten einen neuen Standort; sie begrenzen nun das Gräberfeld nach hinten. Unmittelbar vor der Plastik des trauernden Vaters fand der gefallene Sohn Peter nun seine endgültige Ruhestätte.
“Die trauernden Eltern”, ein Mahnmal für den Frieden
In der Nacht vom 22. zum 23. Oktober 1914 fiel Peter Kollwitz. 18 Jahre lang setzte sich seine Mutter mit Inhalt und Form eines Erinnerungswerkes an ihren Sohn auseinander. Erst spät entschied sie sich für das kniende Elternpaar, Selbstbildnisse der Künstlerin und ihres Mannes. Dem Besucher des Friedhofes offenbart sich die Eindringlichkeit dieses Denkmales im Zusammenhang von Komposition und Standort in unmittelbarer Nähe zum Grab des geliebten Sohnes, dem Bezugspunkt des Werkes. Der versteinerte Blick des Vaters auf das Grab des Sohnes gerichtet, die räumliche Trennung des Elternpaares, den Schmerz und die Einsamkeit in der Trauer dokumentierend, aber auch Mahnung ausstrahlend, hervorgerufen durch den erhöhten Aufstellungsort (bossierte belgische Granitblöcke), der den knienden Figuren die Größe des aufrechtstehenden Betrachters gibt. Die Erinnerung an Peter wollte Käthe Kollwitz wach halten, zugleich aber auch den Tod der anderen jungen Kriegsfreiwilligen in seiner Gestalt ehren. Das Ergebnis ist Ausfluss ihres künstlerisch geprägten Wesens, der Kraft des Schmerzes und der Liebe einer Mutter. Die Kriegsgräberstätte Vladslo ist, mit den über die Grenzen hinweg bekannten Kollwitz-Plastiken, zum Pilgerort vieler Menschen geworden.
Unter dem Chorjoch der Kölner Kirchenruine Alt - St. Alban, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht wieder aufgebaut sondern zu einer Gedenkstätte an die Zerstörung und zur Mahnstätte für die Toten beider Weltkriege wurde, steht eine Nachbildung der „Trauernden Eltern“. 1953 wurde der Bildhauer Ewald Mataré mit der Anfertigung der Duplikate beauftragt. Tatsächlich aus Muschelkalk erstellt haben sie dann seine Meisterschülern: Erwin Heerich die Mutter und Joseph Beuys den Vater.
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