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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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72 Stunden für den Frieden

Jugendliche setzen sich für den Erhalt von Kriegsgräbern ein
 
Gelsenkirchen. Im Rahmen der bundesweiten Sozialaktion des BDKJ „72 Stunden – uns schickt der Himmel“ engagierten sich Ende der vergangenen Woche rund 100 000 Jugendliche in ganz Deutschland in unterschiedlichsten sozialen Projekten. In Gelsenkirchen standen die drei Tage für über 50 Firmlinge unter dem Motto „72 Stunden für den Frieden – es lohnt sich!“.

Nach einer Auftaktveranstaltung in der Gruga-Halle in Essen, zu der über 4000 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Bistum Essen begrüßt werden konnten, wurden um 17:07 Uhr die Projektgruppen mit ihrem konkreten Auftrag in die nächsten 72 Stunden entlassen. Für mehr als 50 Firmanten aus Gelsenkirchen standen diese ganz im Zeichen der Themen 2. Weltkrieg und Erhalt von Kriegsgräberstätten.
Dementsprechend diente der Freitag einer Einführung in den Themenkomplex, wofür den Freiwilligen in der Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ vielfältige Informationen zur Verfügung gestellt wurden. Das Gebäude selbst ist einer der wenigen erhaltenen historischen Orte aus der Zeit des Dritten Reiches. Vor dieser Kulisse waren die Jugendlichen zu einem Rundgang in der Dauerausstellung im Dachgeschoss eingeladen, wobei sie sich ein beeindruckendes Bild von den Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus, mit besonderem Fokus auf ihren Heimatort Gelsenkirchen, machen konnten.
Darüber hinaus bot ein kurzer Dokumentationsfilm zur Hiltlerjugend einiges Identifikationspotenzial für die Jugendlichen. Zu sehen, wie Träume und Ideale junger Menschen –die sich in ihrem Kern von denen der heutigen Jugend nur wenig unterscheiden– zu Kriegszwecken manipuliert und verraten wurden, löste bei einigen Betroffenheit aus.
Auch der heute 81 jährige Zeitzeuge Herr Birkemeyer, der bereits mit 16 Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft war, wusste ein persönliches und dichtes Bild der Kriegs- und Nachkriegsgeschehnisse zu zeichnen. In der Lesung aus seinem Buch, „Eine Jugend hinter Stacheldraht“, gab er Einblicke in seine Biographie unter dem besonderen Aspekt der Danksagung für viele unerwartete humane Taten, die ihm selbst in Zeiten des Krieges und der Gefangenschaft zuteil wurden.


Eine ausführliche Führung über den Hauptfriedhof in Gelsenkirchen Buer ermöglichte den Helfern einen Blick hinter die Kulissen des Friedhofs-Geschehens und rundete den Tag ab.
Dieser Art gut vorbereitet machten sich die Jugendlichen dann während des gesamten nächsten Tages an die Pflege und Instandhaltung von Kriegs- wie auch Zivilgräbern. So setzten sie mit Handarbeit und Drahtbürsten ein Zeichen der Solidarität. Denn der Erhalt der Gräber hält die Erinnerung wach und bedeutet einen Aufruf zum Frieden.
Die gesamte Veranstaltung fand am Sonntag um 17:07 Uhr dort ihr Ende, wo sie begann – in der Gruga-Halle in Essen. Hier bedankten sich unter anderem Weihbischof Franz Vorrath und Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert bei allen freiwilligen Helfern mit einem fulminanten Feuerwerk und einer anschließenden Abschluss-Party

 
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